VW-Rückrufaktion 2013: 2,6 Millionen VW-Modelle weltweit betroffen

Nach den Rückrufaktionen vom Januar 2013 in Brasilien und vom Mai 2013 in Japan ordert Europas größter Autobauer Volkswagen abermals seine Modelle zurück. Die Aktion von Mitte November 2013 dürfte mit 2,6 Millionen betroffenen Modellen der größte Rückruf in der Geschichte des Konzerns sein. Dieses Mal sind der Tiguan, der Amarok und Fahrzeuge mit dem DSG „DQ200“ betroffen, über 400.000 Exemplare allein in Deutschland.

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Beim VW Tiguan wurden Defekte in den Schaltkreisen der Fahrzeugbeleuchtung festgestellt, sodass diese ausfallen kann. Hierbei handelt es sich um die Modelle der kompakten Geländelimousine (=Kompakt-SUV), die von 2008 bis 2011 produziert worden sind. Um die Schäden an den zahlreichen Fahrzeugen zu beheben, werden die Sicherungen durch eine mit einer robusteren Oberflächenbeschichtung ausgetauscht. Weltweit betrifft dies rund 800.000 Exemplare, in Deutschland sind etwa 147.000 Autos betroffen.

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Vom VW Amarok mit 2 Liter großem Turbodieselmotor sind die Kraftstoffleitungen betroffen. Hier muss bei allen bis Juni 2013 hergestellten Autos der Scheuerschutz nachgerüstet werden, da sonst die Leitung leckt und Diesel austreten kann. Zwar besteht keine Brandgefahr, dennoch ist der zusätzliche Aufwand für die Halter der rund 12.350 betroffenen Autos in Deutschland und circa 239.000 defekten Autos in anderen Ländern alles andere als ein Vergnügen.

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Auch Fahrzeuge mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe „DQ200“ (=DSG) sind von der Rückrufaktion betroffen, darunter VW Golf, Audi A1, Seat Leon und Skoda Fabia. Durch das verwendete synthetische Getriebeöl kann es zu elektrischen Fehlfunktionen in der Stromversorgung des Getriebes kommen. Bei der Reparatur soll mineralisches Getriebeöl als Ersatz dienen. Hiervon sind in der Bundesrepublik über 250.000 Modelle betroffen.

Dass der Konzern seine Fahrzeuge zurückruft, ist wahrlich keine Seltenheit mehr. Vor einigen Jahren wurden eine halbe Million Autos wegen Frostschäden an Aluminiummotoren zur Reparatur gerufen und die Schwierigkeiten mit dem asiatischen Klima machen den VW-Modellen regelmäßig Probleme: Im Frühjahr 2013 gingen in China rund 300.000 Wagen zurück zum Hersteller, ebenfalls wegen des Doppelkupplungsgetriebes. Auch der japanische Fabrikant Toyota rief wegen defekter Gaspedale weltweit 2,3 Millionen Fahrzeuge zurück. Rund 215.000 deutsche Autohalter waren davon betroffen. Der Rückruf im Herbst 2013 von BMW wegen fehlerhafter Vierzylinder-Benzinmotoren, die den Ausfall des Bremskraftverstärkers zur Folge haben konnten, bezog sich auf knapp 7000 deutsche Autos.

Immer wiederholende Unannehmlichkeiten

Viele Autobesitzer sind genervt von den sich wiederholenden Unannehmlichkeiten. Nicht nur, dass die Rückrufaktion zusätzlichen Aufwand hervorruft und die Fahrtkosten den Betroffenen zur Last fallen, auch das Vertrauen in den Hersteller ist getrübt. Die Unsicherheit, ob nicht vielleicht noch mehr Teile defekt sind, führt die Besitzer zu der Entscheidung, dass der Wechsel zu einem anderen Modell oder gar zu einer anderen Marke besser ist.

Der Verkauf des Wagens wird oft mit Inseraten im Internet oder über den klassischen Autohandel abgewickelt. Autos jedes Herstellers lassen sich aber auch neuerdings schnell und einfach bei einem professionellem Ankäufer wie wirkaufendeinauto.de veräußern. Die Volkswagen-AG verspricht zwar eine schnelle und unkomplizierte Reparatur und betont, dass die Verkehrssicherheit durch das neueste Debakel nicht gefährdet ist. Da aber aus Kostengründen bei der Herstellung auf identische Bauteile für verschiedene Baureihen zurückgegriffen wird, wächst die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Rückrufe weiter.